Es geht um unsere Kinder

Es geht um unsere Kinder

Fritz Lehre will nur das beste für seine Familie. Auch für seinen schwulen Sohn. Deshalb sagt er JA zur eingetragenen Partnerschaft. Und er weiss, was ein JA zum Partnerschaftsgesetz für ALLE Eltern dieses Landes bringt.

Wir sind Eltern eines schwulen Sohnes, ich bin Vater eines schwulen Sohnes. Ich wurde damals auf dem linken Fuss erwischt, als unser Sohn mich informierte: Papi, ich bin schwul. Und dann? Es ist wichtig, dass lesbische Töchter und schwule Söhne wahrgenommen, neu kennen gelernt, verstanden und akzeptiert werden. Diesen Weg müssen Eltern beschreiten, wenn ihre Tochter oder ihr Sohn ihnen mitteilt, dass sie oder er gleichgeschlechtlich fühlt.

Meistens «passiert» dies in einer vermeintlich heterosexuellen Familie und in einem vermeintlich heterosexuellen Umfeld. Was hat denn das mit dem Partnerschaftsgesetz zu tun? Das Partnerschaftsgesetz erleichtert nicht nur die Beziehungen zwischen Frau und Frau oder Mann und Mann, sondern erleichtert es auch den Eltern, ihr homosexuelles Kind wahrzunehmen und auf neue neue Art kennen zu lernen.

Glücklicherweise gibt es heute immer mehr Eltern, die ihr gleichgeschlechtlich liebendes Kind voll akzeptieren. Sie machen sich auf den Weg, sie entwickeln sich, sie informieren sich, sie nehmen wahr, sie verstehen und unterstützen. Sie sehen und lernen zu akzeptieren, dass vor ihnen immer noch das gleiche Kind steht, ihr Kind, das sie lieben und von dem sie wissen, dass es von Ihnen auch geliebt sein will. Sie sehen, dass ihr Kind eine der wertvollsten Eigenschaften überhaupt hat: Es ist liebesfähig!

Diese Eltern werden zu den wahren Experten, sie lernen und sehen in der eigenen Familie, dass ihre gleichgeschlechtlich liebenden Kinder eine ebenso wertvolle Beziehung leben wie ihre nicht gleichgeschlechtlich liebenden Kinder. Diese Eltern wissen, dass es zum Wohl ihrer Familie beiträgt, wenn homosexuelle Menschen in der Familie, in ihrem Umfeld und in der Gesellschaft voll akzeptiert werden. Mit der Annahme des Partnerschaftsgesetzes zeigt das Schweizervolk und damit die Gesellschaft uns Eltern, dass gleichgeschlechtlich liebende Menschen gelichberechtigt sind. Darüber freuen wir Eltern uns. Damit fühlen wir Eltern uns wohl.

Wir Eltern müssen diesen Weg bis zu unserem Ziel der vollen Akzeptanz gehen. Jedes Stehenbleiben, jedes Zögern tut uns und unsere Kindern nicht gut. Wenn wir auf diesem Weg stecken bleiben, dann versteht die Mutter nicht den abweisenden Vater, dann verlässt das Kind im Streit das Elternhaus, dann sprechen Kinder nicht mehr mit ihren Eltern. Stellen sie sich diese Katastrophe vor: Eltern akzeptieren ihre Kinder nicht!

Es ist von zentraler gesellschaftlicher Bedeutung, Homosexuelle wahrzunehmen, zu verstehen, kennen zu lernen und zu akzeptieren. Das gilt meiner Meinung nach für alle Eltern, nicht nur für einige hunderttausend Elternteile von Lesben und Schwulen, denn Millionen von Eltern in der Schweiz wissen heute noch nicht, ob ihr Kind zukünftig vielleicht gleichgeschlechtlich fühlen wird. Da sie es noch nicht wissen, müssten sie sich eigentlich auch mit dieser Möglichkeit befassen.

Wir brauchen das Partnerschaftsgesetz, denn es zeigt allen Eltern in der Schweiz, dass auch gleichgeschlechtliche Paare vor dem Gesetz als Paar und nicht als Fremde gelten und dass auch gleichgeschlechtliche Liebe wertvoll gelebt werden kann. Damit wird es leichter, in allen Familien schon früh genug über das Thema Homosexualität positiv zu sprechen. Auch wird damit einem gleichgeschlechtlich fühlenden Kind signalisiert, dass es sich vertrauensvoll an seine Eltern wenden kann.

Jede politische Partei der Schweiz misst dem Wohl der Familie einen hohen Stellenwert zu und macht es zu einem Bestandteil des Parteiprogramms. Konsequent weitergedacht gibt es darum nur ein JA zum Partnerschaftsgesetz.

Das Partnerschaftsgesetz ist notwendig für Lesben und Schwule, für deren Eltern, Freundinnen und Freunde, für Brüder, Schwestern, Göttis und Gotten. Das Partnerschaftsgesetz ist gut für alle Eltern der Schweiz und damit auch für das gesamte Schweizervolk.

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